Wohnüberbauung Binzacherweg, Niederweningen
Die Rückmeldungen aus der Zwischenpräsentation haben wir in die weitere Projektentwicklung eingearbeitet: Der Versatz in der Fassade (1/10 Fassadenlänge) ist nun beidseitig eingehalten. Die uns anfänglich irritierende Vorgabe trägt jetzt zur Schärfung des städtebaulichen Konzeptes bei. Die Abstufungen führen in der Längsachse zu einer räumlichen Zäsur, die den Übergang vom strassenseitigen zum bachseitigen Aussenraum verdeutlicht und den seitlichen Arealrändern einen stimmigen Übergang zu den Nachbarbebauungen verleiht. Die Ostwestausrichtung und die «dreischiffige» Grundrissstruktur der Wohnhäuser erlaubt die Spiegelung der Baukörper. Es resultiert eine Arrondierung, die die Adressbildung zu einer eindeutigen und räumlich stimmigen Zuordnung der Hauseingänge klärt. Gleichzeitig sind gegenüber den ursprünglichen zwei Gebäudetypen jetzt in der gleichen Gebäudestruktur (gleiche Abmessungen, gleiches Treppenhaus) zwei Grundrissvariationen angedacht; durch die Spiegelung entstehen weitere räumliche Grundrissvarianten.
Eine durchgehende Trauflinie und in der Höhe leicht abgesetzte und einseitig begrünte Balkontürme beruhigen das Gesamtbild. Neben dem sich mit dem Umgebungsgrün verbindenden vertikalen Grünfilter sorgen eine nach Süden gerichtete Markise und an der Balkonstirn montierte Vertikalstoren für das nötige Mass an Privatheit. Unterstützt wird dies durch die teilweise geschlossenen Staketengeländer.
Die Optimierung der Wohnungsgrundrisse haben wir dahingehend weiterentwickelt, dass die Verbindung zwischen grosszügigem Entree und Wohnbereich möglichst kurz ist und eine visuelle Beziehung besteht. Mit Ausnahme der Untergeschosse und der Treppenhäuser sind alle tragenden Bauteile in Holz konstruiert, die Decken sind als Holzbetonverbunddecken ausgebildet. Mit Ausnahme der Treppenwände sind alle Innenwände nichttragend, wodurch ein hohes Mass an Flexibilität resultiert. Die Tragstruktur aus Holz ist im Innenraum ablesbar. Die platzsparenden Innenwände können, um das Raumklima (Feuchtehaushalt, Wärmespeicher, Behaglichkeit) zu verbessern, mit Lehmbauplatten beplankt werden. Eine hinterlüftete Fassade ist bei einer Aussenwand in Holz systemimmanent. Die klassische dreiteilige Aufteilung in Sockel, Regelgeschoss und Dach nutzen wir, um das Erdgeschoss mit der Umgebung zu verbinden und die Fassadenproportionen an die niedrigeren Bauten der Umgebung anzupassen. Zwei Fenstertypen, im Erdgeschoss leicht variiert erzeugen ein abwechslungsreiches Fassadenbild.
Die Vegetation der Anlage wird durch eine artenreiche Blumenwiese und durch eine vielfaltige Baumpflanzung definiert. Mehrere Einzelbäume und Baumgruppen verbinden die unterschiedlichen Bereiche der Anlage und verdichten sich Richtung Bach. In der Erdgeschosszone sorgen Stauden und Sträucher für die Privatsphäre der Wohnungen. Richtung Bach werden die bestehenden Bäume durch heimische Arten wie Wildkirsche, Ahorn, Linde und Nussbaum ergänzt, die Schatten spenden und den Raum gliedern.
Aufraggeber: HIG Immobilien Anlage Stiftung
Auftragsart: Gesamtleistungswettbewerb
Nutzung: Wohnen
TU: WSG, Glattbrugg
Bauingenieur: HKP Bauingenieure AG
Holzbau: Makiol Wiederkehr AG
Elektroingenieur: Scherler AG, Baden
HLK-Ingenieur: Leimgruber Fischer Schaub AG, Ennetbaden
Bauphysik: Gruner AG
Brandschutzplaner: Gruner AG
Landschaftsarchitekt: Mettler Landschaftsarchitektur, St. Gallen
Visualisierung: Nightnurse











